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Afrika LänderinformationLänderinformationen und Reiseführer: Angola

 
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Länderinformationen und Reiseführer Afrika


Reiseführer Angola

Republik Angola
Wahlspruch: Virtus Unita Fortior
(lat.,„Vereinigte Tapferkeit ist stärker“)
Amtssprache Portugiesisch
Hauptstadt Luanda
Staatsform Präsidialrepublik
Staatsoberhaupt Präsident José Eduardo dos Santos
Regierungschef Premierminister Fernando da Piedade Dias dos Santos
Fläche 1.246.700 km²
Einwohnerzahl 13.964.000 (Dez. 2004)
Bevölkerungsdichte 8,8 Einwohner pro km²
BIP/Einwohner 1150 US-$ (2005)
Währung Kwanza
Unabhängigkeit von Portugal am 11. November 1975
Nationalhymne Angola Avante
Zeitzone WAT (UTC+1)
Kfz-Kennzeichen ANG
Internet-TLD .ao
Telefonvorwahl +244

Angola (dt. Aussprache: [aŋ go la], port.: ist ein Staat in Südwest-Afrika. Nationalfeiertag ist der 11. November, Tag der Unabhängigkeit (1975). Angola grenzt an Namibia, Sambia, die Demokratische Republik Kongo und den Atlantischen Ozean. Die von Angola annektierte Exklave Cabinda (ehemals Portugiesisch Kongo) liegt ganz im Norden zwischen der Demokratischen Republik Kongo und der Republik Kongo am Atlantik.

Der Name Angola leitet sich von dem Titel Ngola der Könige von Ndongo, einem Vasallenstaat des Kongoreiches ab. Die Region erhielt ihren Namen durch die ersten portugiesischen Seefahrer, die dort an der schwarzafrikanischen Küste anlandeten und ein Padrão (plural: Padrões), ein steinernes Kreuz der Inbesitznahme für den portugiesischen König, errichteten. Weitere Padrões finden sich weiter südlich bei Walfischbucht und an der südafrikanischen Küste. (Deren Originale sind im Museum für Geschichte in Kapstadt erhalten geblieben.)

Geographie

Die Republik Angola liegt zwischen 4° 22' und 18° 02' südlicher Breite sowie 11° 41' und 24° 05' östlicher Länge. Das Land gliedert sich grob in eine schmale Niederung entlang der Atlantikküste, die in Richtung Osten, zum Landesinneren hin, zum Hochland von Bie ansteigt: Es macht den größten Teil Angolas aus, ist im Süden flach und in der Landesmitte bergig. Der höchste Berg ist der in diesem Hochland liegende Môco mit 2619 m. Der Osten Angolas wird vom Sambesi durchflossen.

Angola teilt sich in drei Klimazonen, an der Küste und im Norden des Landes ist es tropisch, das Hochland im Zentrum und Süden des Landes ist gemäßigt-tropisch, im Südosten des Landes ist es überwiegend heiß und trocken. Die Vegetation reicht klimabedingt von tropischem Regenwald im Norden und in Cabinda, über Baumsavannen im Zentrum, bis zur trockenen Grassavanne, die durchsetzt ist mit Euphorbien (Wolfsmilchgewächse), Akazien und Affenbrotbäumen. Von Namibia ausgehend zieht sich entlang der Südwestküste ein Wüstenstreifen. Die Fauna Angolas ist reich an Wildtieren, es finden sich Elefanten, Flusspferde, Geparden, Gnus, Krokodile, Strauße, Nashörner und Zebras. Die Ausweitung der Landwirtschaft, aber auch die Zerstörungen durch die Bürgerkriege und der Handel mit Elfenbein gefährden das Überleben vieler Arten.

Bevölkerung

Die Bevölkerung Angolas setzt sich mehrheitlich aus drei Bantu-Volksgruppen zusammen, von denen jede ihre eigene Sprache spricht. 30 % der Bevölkerung sind Ovimbundu, 21 % Kimbundu und 12 % Ganguela. Zahlenmäßig weniger stark vertretene Volksgruppen sind z. B. mit 7 % die Nhaneca-Humbe, 5 % Xindunga, 3 % Bakongo, Ambo, Herero und Tshokwe (einschließlich Lunda). Etwa 2 % der Bevölkerung sind von gemischter Ethnizität, Europäer, überwiegend mit portugiesischen Vorfahren, machen ungefähr 2 % der Bevölkerung aus. Portugiesen sind, mit knapp 30.000 Menschen, auch die größte nicht-angolanische Volksgruppe im Land¹. Bis 1974/75 lebten auch ca. 130 deutsche Familien (sog. Angola-Deutsche als Siedler oder Unternehmer im Land, vor allem in den Regionen um Huambo und Benguela; in der Stadt Benguela gab es seinerzeit sogar eine deutsche Schule. Die meisten haben seither aber das Land verlassen. Portugiesisch ist zwar Amtssprache in Angola. Am weistesten verbreitet sind Umbundu (37%, durch Ovimbundu gesprochen), Kimbundu oder Mbundu (25%) und Kikongo(13% durch Bakongo gesprochen),[1] und andere Sprachen wie Ngangela, Oshiwambo (Kwanyama, Ndonga), Otjiherero, und Chokwe.

Die Ernährungs- und Gesundheitssituation der angolanischen Bevölkerung ist größtenteils katastrophal. Nur ca. 30 % der Bevölkerung haben Zugang zu grundlegender medizinischer Versorgung und nur 40 % haben Zugang zu ausreichend reinem Trinkwasser. Jährlich sterben tausende Menschen an eigentlich leicht heilbaren Krankheiten wie Durchfallerkrankungen oder Atemwegsentzündungen. Daneben sind Malaria, Meningitis, Tuberkulose und Erkrankungen durch Wurmbefall verbreitet. Etwa ein Drittel der Bevölkerung ist teilweise oder vollständig von ausländischen Nahrungsmittelhilfen abhängig.

Die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren ist die zweithöchste der Welt, statistisch stirbt alle drei Minuten ein Kind in Angola. Aufgrund der mangelnden medizinischen Versorgung ist auch die Zahl der Frauen, die während der Geburt sterben, extrem hoch. Nach UN-Angaben liegt die durchschnittliche Lebenserwartung in Angola bei 44,6 Jahren.

Nach portugiesischem Recht können die Bewohner von Angola den portugiesischen Ausweis beanspruchen.

Religion

Rund 55 % der Bevölkerung sind Katholiken, rund 10 % Protestanten, 35 % hängen Naturreligionen an.

Siehe auch: Liste der Städte in Angola

Geschichte

Vorkoloniale Geschichte im Mittelalter

Zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert ließen sich Bantu-Volksgruppen im Gebiet des heutigen Angola nieder.

Im 14. Jahrhundert wurde im Norden Angolas das Königreich Kongo (ausführlich siehe dort) mit seiner Hauptstadt Mbanza Kongo, im 15. Jahrhundert zudem das Königreich Ndongo gegründet.

Portugiesische Herrschaft

Im Jahre 1483 landete der portugiesische Seefahrer Diogo Cão als erster Europäer in der Region, was in den folgenden Jahren zur Errichtung von Handelsstationen an der Mündung des Kongo und entlang der Atlantikküste führte. Hauptzweck dieser Niederlassungen wurde der Sklavenhandel mit Brasilien, was sich erst mit dem Verbot des Sklavenhandels 1869 änderte.

1576 wird die heutige Hauptstadt Luanda gegründet. Angola wird offiziell zu einer portugiesischen Kolonie, doch schon 1580 fiel Portugal selbst an Spanien (bis 1640). Eine (weitere) kurze Unterbrechung der portugiesischen Herrschaft über Angola trat zwischen 1641 und 1648 ein. In dieser Zeit kontrollierten die Niederlande das Land.

Zur mythischen Figur im Kampf gegen die Kolonialherren wurde Königin Nzinga von Matamba (Jinga).

Angola-Vertrag

Nachdem bereits 1885 Portugals Ansprüche auf das gegenüberliegende Belgisch-Kongo (Zaire) am Einspruch Deutschlands gescheitert waren, musste Lissabon 1890 auch britischen Druck nachgeben und auf die Verbindung Angolas und Mocambiques zu einem geschlossenen südafrikanischen Kolonialreich verzichten. Statt dessen nahm in den portugiesischen Kolonien der Einfluss britischen Kapitals beträchtlich zu.

Verhandlungen über ein britisch-deutsches Bündnis führten aber schon 1898 zum sogenannten Angola-Vertrag: Für den Fall, dass Portugal Geld brauchen sollte, vereinbarten Deutschland und Großbritannien eine gemeinsame Anleihe, für das die portugiesischen Kolonien als Pfand vorgesehen waren. Im Falle der erwarteten Zahlungsunfähigkeit Portugals sollte dann Zentral-Angola (Inner-Angola) an Großbritannien, hingegen Nord-, Süd- und Westangola an Deutschland fallen (ebenso Nord-Mocambique an Deutschland, Süd-Mocambique an Großbritannien). Deutschland verzichtete dafür auf die Unterstützung der Buren in deren Kampf gegen Großbritannien. Das Abkommen wurde am 30. August 1898 geschlossen, aber niemals umgesetzt und schon 1899 durch die Verlängerung der britischen Schutzgarantie (Windsorvertrag) für Portugal und all seine Besitzungen unterlaufen.

Obwohl das britisch-deutsche Bündnis nie zustande kam, bemühte sich Großbritannien 1912-1914 nochmals, den endgültigen Bruch mit dem Kaiserreich aufzuschieben. Bei einem Besuch des britischen Königs in Berlin wurde 1913 der Vertrag von 1898 aus den Archiven geholt und sogar noch zugunsten Deutschlands modifiziert. Nun sollte es bereits ganz Angola erhalten. Darüber hinaus bot Deutschland im Austausch für (Angola und) Belgisch-Kongo den Briten zwei Drittel Deutsch-Südwestafrikas (Namibia) an. Tatsächlich aber zögerte Großbritannien die Unterzeichnung bis Juli 1914 heraus, dann machten das Attentat von Sarajewo und der Ausbruch des Ersten Weltkrieges seine Umsetzung ohnehin unmöglich. So blieb Portugal im Besitz Angolas und Mocambiques.

Autonomie und Unabhängigkeitskampf

Angolas Autonomiestatus änderte sich 1951, durch die Umwandlung in eine portugiesische Überseeprovinz. Der Aufstand nationaler Kräfte, der im Frühsommer 1959 begann, wurde 1964 blutig niedergeworfen. Ein weiterer 1972 von der marxistischen MPLA angeführter bewaffneter Aufstand wurde 1973 brutal niedergeschlagen, nachdem portugiesische Truppen die letzten Stellungen der Rebellen überrannten. Als Folge der Revolution in Portugal ("Nelkenrevolution" 1974) erlangte Angola im darauf folgenden Jahr am 11. November 1975 die Unabhängigkeit und seine erste autonome, mehrheitlich schwarze, Regierung.

Das von der Organisation der Afrikanischen Staaten bereits 1974 anerkannte Portugiesisch Kongo, einer weiteren portuiesischen Kolonie in Südwestafrika, über dessen Unabhängigkeit mit Portugal Verhandlungen liefen, wurde von Angola annektiert und seither als Provinz Cabinda als Exklave zum Staatsgebiet gezählt. Die Unabhängigkeitsbestrebungen dieses Gebietes lassen sich seit Jahrzehnten nur mit militärischer Gewalt unterdrücken.

Die erste Regierung

Die erste Regierung wurde aus Mitgliedern der drei wichtigsten Befreiungsbewegungen (MPLA, UNITA und FNLA) gebildet. Erster Staatschef wurde der MPLA-Führer Agostinho Neto. Kurz nach der Unabhängigkeit brach ein Bürgerkrieg zwischen MPLA, UNITA und der FNLA aus in den auch ausländische Mächte eingriffen, nachdem die MPLA die Macht im Staate für sich alleine beanspruchte.

Ein gemeinsamer Angriff von UNITA und FNLA auf die in Luanda verschanzte MPLA misslang Ende 1975. Die FNLA erholte sich von dieser Niederlage nicht mehr, zog sich nach Zaire zurück und versank fortan faktisch in der Bedeutungslosigkeit.

Bürgerkrieg

Die marxistische MPLA wurde von der Sowjetunion und anderen sozialistischen Staaten mit Waffen und durch 50.000 kubanische Soldaten und einigen Militärberatern aus der DDR unterstützt. Die UNITA erhielt von den USA Finanzmittel und Waffen und wurde von Südafrika durch Luft- und Bodentruppen, Waffenlieferungen und Ausbildungsprogramme unterstützt.

Die von Zaire unterstützte, mehr stammesmäßig denn politisch motivierte FNLA, stieg später nach schweren Verlusten aus den Kämpfen aus. Südafrika unterstützte nun wieder verstärkt die UNITA. In Jahre 1983 drangen 5.000 südafrikanische Soldaten bis zu 250 km tief in den Süden Angolas ein um Stützpunkte der Rebellenbewegeung SWAPO aus Südwestafrika (heute: Namibia) zu zerstören. Dabei werden nach südafrikanischen Angaben bis Mitte August 1983 418 SWAPO-Kämpfer und 29 südafrikanische Soldaten getötet. Südafrika erlitt in Schlachten und Gefechten mit kubanischen Verbänden empfindliche Niederlagen. Dies weckte Südafrikas Bereitschaft zu Verhandlungen und zum Rückzug aus Angola. Auf dieses erfolglose militärische Engagement in Angola ist schließlich zum großen Teil auch die Schwächung der Position Südafrikas in Namibia, das 1990 in die staatliche Unabhängigkeit entlassen wurde, sowie des Apartheidsregimes selbst zurückzuführen. Im Jahr 1991 einigten sich die beiden Bürgerkriegsparteien MPLA und UNITA darauf, ein Mehrparteiensystem umzusetzen. Nachdem der heute amtierende Präsident José Eduardo dos Santos (MPLA) die durch die UN überwachten Wahlen gewonnen hatte, brach abermals Krieg aus (bis 1993). Der Auslöser war, dass die UNITA überzeugt war, es handle sich um Wahlbetrug.

Friedensvertrag

Das am 20. November 1994 unterzeichnete Lusaka-Protokoll, ein Friedensvertrag zwischen der Regierung und der UNITA, sorgte für die Integration von ehemaligen UNITA-Rebellen in die Regierung. Eine nationale Einheitsregierung wurde 1997 ins Leben gerufen, dennoch begannen die blutigen Kämpfe wieder Ende 1998 und führten u.a. zur Vertreibung hunderttausender Menschen. Die UNITA spaltete sich, ein Teil lehnte Savimbis neue Angriffe ab.

Präsident José Eduardo dos Santos setzte auf Grund des Konfliktes die Funktion der Demokratischen Instanzen außer Kraft. Am 22. Februar 2002 wurde Jonas Savimbi, der Führer der UNITA, erschossen, daraufhin wurde ein Waffenstillstand zwischen den beiden rivalisierenden Parteien geschlossen. Die UNITA gab ihren bewaffneten Kampf auf und nahm die Rolle der führenden Oppositionspartei an.

Der Widerstand der international zunehmend isolierten UNITA aber war schon vorher erlahmt. Angolanische Regierungstruppen waren bereits ab 1998 stark genug, in Zaire (Demokratische Republik Kongo), Kongo (von Cabinda aus) und Nordnamibia zu intervenieren und hatten der UNITA so die letzten Versorgungswege (Diamantenschmuggel) abgeschnitten.

Angola heute

Obwohl sich die politische Lage in Angola zu normalisieren scheint, ließ Präsident dos Santos bis heute keine Demokratisierung des Landes zu. Heute zählen zu den ernsthaftesten Problemen Angolas die humanitäre Katastrophe und die große Zahl von Minenfeldern, beides als Resultate des 25 Jahre andauernden Bürgerkriegs. Die Guerillabewegungen im Norden des Landes, die für die Unabhängigkeit der Exklave Cabinda kämpfen, stellen ebenfalls ein großes Problem für die Stabilisierung der Region dar. Der Frieden in Angola scheint jedoch weiterhin stabil zu sein.

Politik

Zur Zeit ist die politische Macht auf die Präsidentschaft konzentriert. Die Exekutive besteht aus dem Präsidenten, dem Premierminister (zur Zeit Fernando da Piedade Dias dos Santos) und dem Ministerrat. Der Ministerrat, bestehend aus allen Regierungsministern und Vizeministern, trifft sich regelmäßig, um über politische Themen zu diskutieren. Die Gouverneure der 18 Provinzen werden vom Präsidenten ernannt und handeln nach seinen Vorstellungen. Das Verfassungsrecht von 1992 begründet die wesentlichen Merkmale der Regierungsstruktur und nennt die Rechte und Pflichten der Bürger. Das Rechtssystem, welches auf dem portugiesischen Recht und dem Gewohnheitsrecht basiert, ist schwach und bruchstückhaft. Gerichte sind nur in zwölf von mehr als 140 Stadtverwaltungen tätig. Das oberste Gericht dient als Rechtsmittelinstanz. Ein Verfassungsgericht - mit der Fähigkeit einer unparteiischen Bewertung - wurde niemals ernannt, obwohl es das Gesetz vorsieht.

Der 26 Jahre andauernde Bürgerkrieg in Angola hat die politischen und gesellschaftlichen Einrichtungen des Landes zerstört. Die UN vermutet, dass es in Angola 1,8 Millionen Flüchtlinge gibt. Ungefähr vier Millionen Menschen sind vom Krieg betroffen. Täglich spiegeln die Lebensbedingungen im ganzen Land, besonders in Luanda (ungefähr 2,7 Million Menschen leben in Luanda), den Zusammenbruch der Verwaltungsinfrastruktur und der vielen gesellschaftlichen Einrichtungen wider. Krankenhäuser haben weder Medikamente noch eine Grundausstattung. Schulen haben keine Bücher und Angestellte im öffentlichen Dienst besitzen kein Zubehör, um ihrer täglichen Arbeit nachzugehen.

Der Präsident hat verkündet, dass die Regierung vorhat, im Jahre 2006 Wahlen durchzuführen. Diese Wahlen wären die ersten seit 1992. Durch diese Wahlen könnte ein neuer Präsident und eine neue Nationalversammlung gewählt werden.

Verwaltungsgliederung

Die fünf größten Städte sind:

* Luanda (2.819.000 Einwohner)
* Huambo (203.000 Einwohner)
* Benguela (155.000 Einwohner)
* Lobito (150.000 Einwohner)
* Lubango (105.000 Einwohner)

Karte der Provinzen Angolas

Angola gliedert sich in 18 Provinzen (portugiesisch: províncias, Singular - província); die Hauptstädte der Provinzen stehen in Klammern.

* 1 Bengo (Caxito)
* 2 Benguela (Benguela)
* 3 Bié (Kuito)
* 4 Cabinda (Cabinda)
* 5 Cuando Cubango (Menongue)
* 6 Cuanza Norte (N'Dalantando)
* 7 Cuanza Sul (Sumbe)
* 8 Cunene (Ondijiva)
* 9 Huambo (Huambo)
* 10 Huíla (Lubango)
* 11 Luanda (Luanda)
* 12 Lunda Norte (Lucapa)
* 13 Lunda Sul (Saurimo)
* 14 Malanje (Malanje)
* 15 Moxico (Luena)
* 16 Namibe (Namibe)
* 17 Uíge (Uíge)
* 18 Zaire (M'Banza Kongo)

Wirtschaft

Angolas Wirtschaft leidet immer noch unter den Folgen des jahrzehntelangen Bürgerkriegs. Mehr als die Hälfte der Bürger ist arbeitslos, fast drei Viertel leben unterhalb der Armutsgrenze. Im Human Development Index der UNO nimmt Angola einen Platz unter den letzten zehn ein. Die Auslandsverschuldung beläuft sich auf über neun Milliarden US-Dollar. Dank seiner Bodenschätze - vorrangig der Ölvorkommen - gelang dem Land während der letzten Jahre ein großer wirtschaftlicher Aufschwung. Das Wirtschaftswachstum Angolas ist momentan das größte in Afrika.

* natürliche Ressourcen. Angola besitzt reiche Erdöl-Vorkommen, Diamanten und Mineralien, die in Minen im Nordosten des Landes gefördert werden. Die Bodenschätze machen das Land zu einem der reichsten Länder Afrikas. Der Großteil der angolanischen Wirtschaft lebt vom Öl und seinen Produkten. Die Erlöse aus dem Handel mit Erdöl machen über 90 % der Exporte, über 80 % des Staatshaushaltes und ca. 50 % des Bruttosozialproduktes Angolas aus. Wichtigster Abnehmer von Erdöl sind die Vereinigte Staaten. 1975 wurden zusätzlich Uranvorkommen an der Grenze zu Namibia entdeckt.

* Landwirtschaft. Etwa 85 % der arbeitenden Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig. Das wichtigste Agrarprodukt für den Export ist Kaffee, gefolgt von Zuckerrohr. Weitere wichtige Ausfuhrgüter sind Mais und Kokosöl. Die Produktion von Kartoffeln, Reis und Kakao ist ebenfalls erwähnenswert. Die Zucht von Rindern und Ziegen ist relativ weit verbreitet. Insgesamt leidet die Landwirtschaft immer noch schwer unter den Folgen des Bürgerkriegs. Wegen der Gefahr durch übriggebliebene Landminen weigern sich viele Bauern, ihre Felder zu bewirtschaften. So reicht die agrare Produktion nicht aus, um den eigenen Bedarf zu decken und das Land ist auf den Import von Lebensmitteln angewiesen. Die Landwirtschaft befindet sich in einem leichten Aufschwung.

* Industrie. Der tragende Industriezweig Angolas ist die Verarbeitung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, vorrangig Getreide, Fleisch, Baumwolle, Tabak und Zucker; zusammen mit der Raffinierung von Erdöl. Wichtige Produkte sind weiterhin Dünger, Zellulose, Klebstoffe, Glas und Stahl.

Die wichtigsten Handelspartner für den Export von Gütern und Rohstoffen sind die USA, China, Frankreich, Belgien und Spanien. Importpartner sind überwiegend Portugal, Südafrika, USA, Frankreich und Brasilien.

Militär

Angola unterhält ein etwa 110.000 Mann starkes Militär, die Forças Armadas de Angola (FAA). Die jährlichen Ausgaben betragen etwa 180 Mio. US-Dollar. Es gibt drei Teilstreitkräfte: Armee, Marine sowie Luftwaffe und Luftabwehrkräfte, wovon die Armee zahlenmäßig bei weitem die größte darstellt. Militärisches Gerät stammt hauptsächlich aus der ehemaligen Sowjetunion. Kleine Kontingente sind in der Republik Kongo und der demokratischen Republik Kongo stationiert.

Kultur

Das berühmteste angolanische Volkslied ist Kumbaya (Come by here, my Lord). Der Ursprung des Volksliedes ist jedoch umstritten. Einige Sprachforscher glauben, dass dieses Lied in Gullah, einer Kreolsprache von der Küste Georgias bzw. South Carolinas, entstand. Falls diese These stimmt, muss das Lied nach Angola gebracht worden sein. Demnach könnten es höchstwahrscheinlich amerikanische Missionare gewesen sein, die das Lied nach Angola brachten, wo es zu einer späteren Zeit wiederentdeckt wurde.

* Tanz: Companhia de Dança Contemporânea de Angola[1]

Einige bekannte angolanische Schriftsteller sind:

* Mário Pinto de Andrade
* Arlindo Barbeitos
* Alda Lara
* Agostinho Neto
* Pepetela
* José Eduardo Agualusa

Sport

Am 8. Oktober 2005 gelang es der angolanischen Fußballnationalmannschaft, sich absolut unerwartet für die WM 2006 in Deutschland zu qualifizieren. Ein knappes 1:0 beim Gruppenletzten in Ruanda reichte aus, um das Ticket zu lösen und Nigeria, das seit 1994 an jeder WM-Endrunde teilnahm, aus dem Wettbewerb zu werfen. Das angolanische Team, das nur zehn Profifußballer aufzuweisen hat, nimmt nun zum ersten Mal an einer WM-Endrunde teil. Folgende Spiele bestritt die angolanische Mannschaft (Gruppe D) in der Vorrunde: am 11. Juni 2006 in Köln gegen Portugal (0:1 Niederlage), am 16. Juni 2006 in Hannover gegen Mexiko (0:0 Unentschieden und damit erster Punktgewinn überhaupt bei einer WM) und am 21. Juni 2006 gegen Iran (1:1). Offizieller Gastgeber der angolanischen Fußballnationalmannschaft während der WM ist die Stadt Celle. Trotz des Ausscheidens in der Vorrunde der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sorgten die Mannschaft und ihre Fans für eine Volksfeststimmung innerhalb und außerhalb der Stadien.



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